Bundesregierung fördert Schwarzarbeit und Altersarmut!

19. Juli 2013  Kommentar der Woche

Das ist kein Scherz, diese „Förderung“ funktioniert über zwei Hebel:

  • Über sieben Millionen Menschen arbeiten in Deutschland mittlerweile in sogenannten Minijobs, deren Reform z.B. der DGB dringend fordert (siehe http://www.dgb.de/themen/++co++6050a8b8-da75-11e2-a187-00188b4dc422). Die Stundenlöhne sind in diesem Bereich extrem niedrig, oftmals unter 7,00 €. Viele Arbeitnehmer, die nichts anderes als so einen Minijob finden, arbeiten allerdings viel länger, als sie das für die 400 – 450 € tun müssten. Die Arbeitgeber zahlen den Betrag, der über diese Minijob-Grenze hinausgeht, dann schwarz und in bar aus. So ein Verhalten ist mittlerweile in vielen Branchen durchaus üblich (Gastronomie, kleinere Taxiunternehmen, usw.). So gibt es nicht wenige Minijobber, die in Wirklichkeit 40 – 60 Stunden in der Woche arbeiten.
  • Da man auf diese Art und Weise zwar mit viel Arbeit gerade so überleben kann, ist die spätere Altersarmut vorprogrammiert. In der Regel kann für die spätere Rente nichts zurückgelegt werden.

Nicht zu vergessen die weiteren Nachteile für die Beschäftigten: Ein normaler Arbeitnehmer hat Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Laut Gesetz gilt dies auch für Minijobber. In der Praxis wird aber meistens nach der Devise verfahren: Geld gibt es nur für getane Arbeit. Die meisten Arbeitnehmer trauen sich gar nicht, hiergegen aufzubegehren, aus Angst um Ihren so mies bezahlten Arbeitsplatz.

Arbeitet man allerdings schwarz über die Minijob-Grenze hinaus, entfällt natürlich auch der Rechtsanspruch auf bezahlten Erholungsurlaub und Lohnfortzahlung für dieses schwarz verdiente Zubrot.

Diese Armutsfalle für viele Minijobber kann nur durch zwei Maßnahmen zumindest erst einmal abgemildert werden:

  • Der dringenden Reform der Minijob-Gesetze, wie etwa vom DGB gefordert.
  • Der sofortigen Einführung eines gesetzlich verbindlichen Mindestlohnes. Hierbei kann der oft genannte Satz von 8,50 € pro Stunde allenfalls ein Einstieg sein, um zügig auf einen Satz von 12,00 € aufzustocken, wie von den LINKEN gefordert. Damit endlich für alle Arbeitnehmer eine Existenzsicherung ohne Schwarzarbeit überhaupt möglich wird.

Genießt bei diesem Wetter noch ein Schönes Wochenende,

das wünscht Euch Euer Detlef Beune


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