Alevitischer Kulturverein Bruchsal trat in den Hungerstreik

An diesem Wochenende trat der Alevitische Kulturverein Bruchsal in einen dreitägigen Hungerstreik. Ziel war es, gegen die Politik Erdogans in der Türkei zu protestieren und auf die Lage der Kurden im Südosten der Türkei aufmerksam zu machen.

Der lokale TV-Sender Kraichgau TV veröffentlichte hierzu einen Bericht über diesen Hungerstreik. Hier könnt Ihr Euch dieses Video von Kraichgau TV ansehen.

Neben anderen (z.B. Bündnis90/Die Grünen) erklärten sich die LINKEN aus Bretten und Bruchsal solidarisch und veröffentlichten folgende Erklärung:

Linke Landtagskandidaten Valeri Kalaschnikow (Bretten) und Heinz-Peter Schwertges (Bruchsal) erklären sich solidarisch mit den Hungerstreikenden im Alevitischen Kulturzentrum Bruchsal

Die Landtagskandidaten der Linken in Bruchsal und Bretten waren über das Wochenende in der Alevitischen Kulturzentrum in Bruchsal und demonstrierten ihre Solidarität mit den alevitisch- kurdischen Mitgliedern des Zentrums, die in einen dreitätigen Hungerstreik eintraten, um gegen die Menschen verachtende Militäroffensive gegen Kurdische Städte und Gemeinden vor allem in Diyarbekir zu Protestieren. Seit Wochen befinden sich große Teile von Diyarbekir im Osten der Türkei und andere Städte, die Selbstverwaltung und Selbstbestimmung einfordern, im Belagerungszustand, angeblich um gegen die Kämpfer der Kurdischen Guerillia der PKK vorzugehen. Nach Meldungen von Menschenrechtsorganisationen jedoch kamen ausschliesslich nur Zivilisten dabei ums Leben.

Nach Auffassung von Schwertges und Kalaschnikow hat Erdogan in der Türkei immer noch nicht eine zweidrittel Mehrheit im Parlament, um seinen Traum eines Präsidialsystems zu verwirklichen. Deshalb versucht er die nationalistischen Stimmen in anderen Parteien durch Muskelspiele gegenüber den Kurden an seine AKP zu binden und bei angestrebten Neuwahlen jene Mehrheit zu bekommen.

Schwertges meint: „Es darf nicht hingenommen werden, dass elementare Menschenrechte in einem Land, das Beitrittsverhandlungen mit der EU führt, mit Füßen getreten werden.Die EU und allen voran Deutschland machen sich mitschuldig, indem sie, wegen der Abhängigkeit in der Flüchtlingsfrage, Erdogan gewähren lassen „

Neben Kraichgau TV berichteten auch die BNN in einem Artikel über den Hungerstreik und dessen Ziele in einem Artikel. Es ist schon traurig, dass zu solch einem Mittel wie einem befristeten Hungerstreik gegriffen werden muss, damit wenigstens die regionalen Medien über die Lage in der Türkei berichten. Es werden wohl noch sehr viele und größere Aktionen notwendig sein, damit etwa die deutsche Bundesregierung ihren Kurs der Unterstützung Erdogans trotz aller Menschenrechtsverletzungen und Kriegshandlungen gegen die kurdische Bevölkerung verlässt.

Das meint jedenfalls

Euer Detlef Beune

Hungerstreik Aleviten2


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