Die Lage der Flüchtlinge in der Türkei

Weil Gökcen Xwade Da vom Alevitischen Kulturverein in Bruchsal sich sehr viele Gedanken über die Lage der Kurden aber auch der Flüchtlinge in der Türkei macht, hat er uns den folgenden Artikel zur Veröffentlichung auf unserer Web-Seite zugesendet:

„Die Türkei missbraucht zur Zeit die syrischen Flüchtlinge auf übelste Weise. Sie befördert einerseitz die Flucht der Syrer aus der Türkei und andererseitz instrumentalisiert sie die reaktionär-islamischen Milizen der Al Nusra (ein Ableger der Al Kaida) und Al Scham in ihrem Kampf gegen die Kurden. Im Augenblick erpresst die Türkei damit Europa:

Die Türkei sieht die Flüchtlingslager auch als ein Geschäft an und deswegen hat sie auch keinen einzigen Dollar Verlust zu beklagen, auch wenn sie jammert. Trotzdem versucht sie aus der internationalen Gemeinschaft Geld herauszupressen. Dieses wird sie aber nur dafür verwenden, um die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu mildern.

Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass die Flüchtlinge in der Türkei für den Staat ein Geschäft sind, sowohl in direkt materieller als auch in politischer Hinsicht. Die allermeisten jener Flüchtlinge, die z.B. nach Europa flohen, haben ihre Wertsachen immer noch auf türkischen Banken. Ganz zu schweigen von denjenigen, die bereits in der Ägäis ihren Tod gefunden haben.

Diejenigen Syrer in der Türkei, die zu tausenden sogar unter dem türkischen Mindestlohn arbeiten, leisten so ungewollt auch einen Beitrag zur eigenen  Ausbeutung in Höhe von Milliarden Euro bzw. Dollar. Der türkische Staat hat offiziell angekündigt, dass er die 3 bis 5 Milliarden, die er von der EU bekommen wird, nicht in die Flüchtlingslager investieren wird, sondern als Gegenleistung zu den angeblich 7 bis 10 Milliarden verrechnen wird, die für Flüchtlinge ausgegeben worden seien.

Zur Zeit ist für die Flüchtlinge in Syrien die sicherste Gegend diejenige, die von den Kurden in Rojava kontrolliert wird.Mittlerweile gibt es dort eine Bevölkerungszahl von Arabern, die derjenigen der Kurden in Rojava nahekommt. Es sind bis jetzt fast eine Million Araber in die kurdischen Kantone geflüchtet. Dort leben sie ohne Unterscheidung nach ihrer ethnischen Herkunft. Ihre Grundbedürfnisse werden befriedigt. Nichtsdestotrotz hat bis heute die dortige Verwaltung keinen müden Euro oder Dollar von irgendeiner Seite abbetteln wollen, wie es die Türkei tut. Das Einzige, was diese Verwaltung bekundet hat ist, dass sie ihr Brot mit den Flüchtlingen teilt.
Weder Europa noch die USA haben für diese Flüchtlinge auch nur einen müde Euro oder Dollar an die Selbstverwaltung in Rojava locker gemacht. Die Selbstverwaltung fordert auch kein Geld, sondern nur, dass ihre schwierige Situation wenigstens zur Kenntnis genommen wird.“

Flüchtlinge in der Türkei0


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