Entwurf einer neuen Politik – Teil 3

 

Die Krankenhäuser

An den Krankenhäusern gab es in letzter Zeit einige Kritik, insbesondere:

  • Die Gefahr, sich im Krankenhaus mit sogenannten multiresistenten Keimen zu infizieren, gegen die die üblichen Antibiotika kaum helfen, steigt immer weiter an.

  • Es werden in den Krankenhäusern viele Operationen durchgeführt, die eigentlich nicht notwendig wären, aber den unter finanziellem Druck stehenden Kliniken Geld in die Kassen spülen.

  • Die Personaldecke in den meisten Krankenhäusern ist zu dünn, die Folgen: Darunter leidet die Behandlung der PatientInnen und die dort Beschäftigten leiden unter unzumutbarem Stress, was für die Behandlung der Kranken sicher nicht förderlich ist.

Im folgenden werde ich mich zunächst etwas genauer mit diesen Kritikpunkten auseinandersetzen. Anschließend versuche ich Vorschläge zu entwickeln, die die Situation in den Krankenhäusern für alle (also für PatientInnen und für das Personal) verbessern könnten.

Multiresistente Keime

In einem Spezial Talk von Maybrit Illner wurde diese Thema anhand eines schlimmen Einzelfalles behandelt. Dass diese Problem aber beileibe kein Einzelfall ist, wurde insbesondere an einer Aussage aus dieser Sendung deutlich: In deutschen Kliniken gibt es pro Jahr circa 80.000 Infektionen mit multiresistenten Keimen, bis zu 15.000 Menschen sterben daran.

Die Aussagen stammen aus einem Artikel von „welt.de“ vom 06.11.2016. In dieser Sendung zeigte insbesondere eine Journalistin die Missstände an deutschen Krankenhäusern auf:

So blieb es primär die Aufgabe der Journalistin Ursel Sieber, nüchtern und – angesichts der Tatsache, dass nur Ärzte und nicht etwa eine Pflegerin in der Runde saßen – unverblümt die Probleme im deutschen Gesundheitssystem anzusprechen: die zehntausendfach fehlenden Krankenschwestern; die herablassende Art, in der mancher Arzt mit Patienten spricht; das schlechte wirtschaftliche Anreizsystem für Kliniken und die kaum vorhandene Spezialisierung der Krankenhäuser auf bestimmte Therapien.

Eine besonders schlechte Figur machte in dieser Sendung Gesundheitsminister Gröhe. Er lobte zwar die Politik der Bundesregierung, fand aber auf wirklich wichtige Fragen keine Antworten, ein Beispiel: Warum sich eine norwegische Krankenschwester im Schnitt um vier Patienten kümmert, ein deutscher Pfleger dagegen um zehn, wusste er jedoch nicht zu erklären.

Die Ursachen für die Ausbreitung von multiresistenten Keimen in den Krankenhäusern sind vielschichtig:

  • Eine Ursache dafür, dass sich überhaupt immer mehr solcher Keime entwickeln können, besteht darin, dass immer noch zu viele Antibiotika verabreicht werden. Zum einen an der Praxis mancher Ärzte, die immer noch und vollkommen sinnlos, bei einem einfachen grippalen Infekt schnell mal ein Antibiotikum verschreiben. Grippale Infekte werden von Viren verursacht, gegen diese sind Antibiotika aber vollkommen wirkungslos. Nur in dem Fall, dass das Immunsystem der PatientInnen etwa wegen eines starken und langwierigen Infektes so geschwächt ist, dass die Abwehr gegen ganz normale Bakterien nicht mehr funktioniert und so gefährlicher Folgeerkranken drohen (wie etwa Lungenentzündung), macht die Gabe von Antibiotika Sinn. Dies soll kein allgemeiner Angriff auf die Ärzteschaft sein. Es gibt heute durchaus auch viele Ärzte, die mit der Verschreibung von Antibiotika sehr vorsichtig geworden sind. Das gilt aber leider noch immer nicht für alle.

  • Aber: Antibiotika werden nicht nur in Arztpraxen verschrieben. In der modernen Massentierhaltung, bei der Tiere in großen Massen auf allerengstem Raum in ihrem kurzen, qualvollen Leben innerhalb kürzester Zeit zur Schlachtreife gemästet werden, drohen viele Tiere aufgrund dieser Bedingungen zu verenden, bevor ihr Fleisch am Markt verkauft werden kann. Deshalb ist es gängige Praxis, dem Futter Antibiotika beizumischen, damit möglichst viele dieser armen Geschöpfe wenigstens bis zum Tage ihrer Schlachtung überleben können. Das heißt auch: Immer wenn wir das ganz normale Fleisch aus den Supermärkten zu uns nehmen, essen wir auch Spuren von Antibiotika mit. Auf diese Weise werden die Überlebensbedingungen von ganz „normalen“ Bakterien verschlechtert, der Prozentsatz der gegen diese Antibiotika resistenten Bakterien steigt immer weiter an. Übrigens: Das gilt nicht nur für Tiere, die als Fleisch in den Supermärkten enden werden. Auch bei der massenhaften Produktion von Hühnereiern sieht es nicht besser aus.

  • Allgemein bekannt ist, dass in vielen Krankenhäusern die hygienischen Zustände mangelhaft bis katastrophal sind. Wer also in ein Krankenhaus eingewiesen wird, dem drohen dort Infektionen verschiedenster Art, darunter auch mit multiresistenten Keimen. Auch hier sind die Ursachen vielschichtig: Zum einen gibt es einen großen Personalmangel in den Kliniken. Da bleiben bei vielen PflegerInnen und Ärzten selbst die einfachsten Hygienebestimmungen, wie dass man sich vor jedem PatientInnenkontakt wenigstens die Hände gründlich desinfizieren sollte, auf der Strecke. Dabei ist es für das Wohl der PatientInnen vollkommen unerheblich, ob dies aufgrund von Stress des Personals oder aufgrund alter Gewohnheiten oder Gedankenlosigkeit geschieht, die Gefahr von Infektionen in den Krankenhäusern ist wesentlich größer als sie sein müsste. Auch bei der gründlichen Reinigung von Krankenzimmern und Toiletten und Duschen wird oft „geschlampt“. Ob daran das immer üblicher werdende Outsourcing an Putzkolonnen von Fremdfirmen auch eine Mitschuld trägt, kann zumindest nicht ausgeschlossen werden. Hinzu kommt, dass es noch immer keine wirklich wirksame Kontrolle zur Einhaltung von Hygienebestimmungen in den Krankenhäusern gibt. Dem gegenüber steht das heute übliche Prinzip der Ökonomisierung der Krankenhäuser. Kliniken können nur überleben, wenn sie auf Dauer keine Verluste einfahren. Wenn so der wirtschaftliche Erfolg von Kliniken mehr Wert ist als das Wohl der PatientInnen, dann ist es kein Wunder, dass Maßnahmen für eine vernünftige Hygiene leicht auf der Strecke bleiben.

Zu viele Operationen

Ein Artikel von focus.de vom 14.04.2016 brachte es (wie viele andere Beiträge zu diesem Thema auch) auf den Punkt:

Statistisch landet jeder fünfte Deutsche einmal im Jahr auf einem OP-Tisch. Im internationalen Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird in kaum einem Land so viel geschnitten, gesägt, ersetzt und wieder zugenäht wie in Deutschland.

In diesem Artikel wird Bezug genommen auf ein Buch der Dokumentarfilmerin Meike Hemschemeier: „Vorsicht Operation“. Diese Autorin unterscheidet zwei Arten von überflüssigen Eingriffen:

1. Operationen, die keinen medizinischen Vorteil bringen

Ein Beispiel sind therapeutische Arthroskopien bei Gelenkverschleiß“, erklärt Hemschemeier. Eindrucksvolle Studien belegen, dass Patienten gleich viele Beschwerden haben – unabhängig davon, ob sie wegen ihres Knieschmerzes operiert wurden oder nicht.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kämpfte jahrelang für das Verbot dieses Eingriffs. „Das ist unheimlich schwierig. Allein 2009 wurden rund 200.000 Patienten in Deutschland auf diese Art am Knie operiert“, sagt die Expertin.

2. Operationen, die für bestimmte Patienten unsinnig sind

Hüft- und Kniegelenkprothesen sind segensreiche medizinische Errungenschaften. Außerdem spülen sie Krankenhäusern extrem viel Geld in die Kassen. In der Folge werden immer wieder Patienten operiert, denen zum Beispiel auch eine Physiotherapie helfen könnte“, bemängelt die Autorin.

Allgemein bekannt ist: Jede Operation birgt auch Risiken. Bei unnötigen Operationen werden PatientInnen eben auch unnötigen Risiken ausgesetzt. Hinzu kommt: Operationen sind im Normalfall wesentlich teurer als andere Behandlungsmethoden. Sie verschlechtern also die finanzielle Situation der Krankenkassen.

Wie immer, wenn ein Thema in den Medien einmal etwas öfter behandelt wird wie eben dieses, werden von der Bundesregierung neue Gesetze und Maßnahmen beschlossen, die die Bevölkerung beruhigen sollen, letztlich aber wenig bringen werden. So konnte man in der Sendung plusminus vom 07.10.2015 unter anderem folgendes erfahren:

Jetzt greift die Politik ein. Ohne Gesetz geht es offenbar nicht. So gilt ab Januar für OPs, die besonders häufig stattfinden: Jeder Patient hat das Recht auf eine Zweitmeinung, die Kassen bezahlen sie und die Ärzte müssen darauf hinweisen.

Auf den ersten Blick hört sich ein solches Gesetz durchaus vernünftig an. Meine Prognose aber: Dieses Gesetz wird an der Tatsache, dass an deutschen Krankenhäusern zu viel operiert wird, nicht viel ändern. In der Politik ist es eben ganz ähnlich wie bei der Behandlung in Krankenhäusern. Um ein Problem wirklich zu lösen, muss man an die eigentlichen Ursachen heran. Sich vor einer anstehenden Operation eine Zweitmeinung einzuholen, das ist sicher immer sinnvoll. Aber: Die finanziell unter Druck stehenden Kliniken verdienen nun einmal bei unserem Gesundheitssystem an Operationen sehr viel Geld. So dürfte den vor einer OP stehenden PatientInnen dann in der Regel ein/e KollegIn aus der eigenen chirurgischen Abteilung als AnsprechpartnerIn für diese Zeitmeinung empfohlen werden, was dann den Prozentsatz überflüssiger Operationen nicht wesentlich verringern dürfte.

Es wurde eben ein Gesundheitssystem geschaffen, bei dem der ökonomische Erfolg von Krankenhäusern wichtiger ist als das Wohl der Patienten. Wenn dann noch Behandlungsmethoden wie Operationen (aber auch viele unsinnige Untersuchungen mit teuren Geräten) finanziell wesentlich mehr einbringen als Methoden, die zwar den kranken Menschen mehr nutzen würden, aber weniger einbringen, dann sind solch falsche Entwicklungen quasi vorprogrammiert. Auf den Prüfstand gehört also das gesamte Konzept der Ökonomisierung der Kliniken und die Art der Finanzierung von Kliniken.

Zu wenig Personal an Krankenhäusern

Im Prinzip ist es ganz klar: Je weniger Personal (v.a. Ärzte und PflegerInnen) ein Krankenhaus zur Verfügung hat, um so schlechter wird auch die Behandlung der PatientInnen sein. Dabei geht es nicht ausschließlich um die medizinische Behandlung, es gibt auch die rein menschliche Seite. Jeder Mensch, der im Krankenhaus behandelt werden muss, möchte in ausführlicheren Gesprächen mit den ÄrztInnen und PflegerInnen genauer erfahren, wie es um ihn steht, wie es jetzt mit ihm weitergehen wird. Viele warten so hoffnungsvoll auf die Visite am nächsten Tag und werden zumeist bitter enttäuscht. Der Tross von ÄrztInnen und PflegerInnen wandert in großer Eile von Zimmer zu Zimmer. Ein kurzer Blick auf die Patientenakte, zwei oder drei Sätze, vielleicht noch ein kleiner Mutmacher zum Schluss (wie „das wird schon, sie sind hier in guten Händen“), das war es. Wenig erfahren die meisten auch darüber, welche Medikamente sie in den Krankenhäusern einnehmen sollen, diese werden oft nur mit einem kurzen Kommentar an den Krankenbetten verteilt. Wie im Teil 2 dieser Reihe schon beschrieben, sieht das Ganze bei Privatpatienten vollkommen zu Unrecht etwas anders aus.

Wer also will, dass die Behandlung in den Kliniken in jeder Hinsicht deutlich verbessert wird, der muss auch diese Wahrheit aussprechen: Das wird ohne deutlich mehr Personal nicht gelingen. Wie das Beispiel Norwegen zeigt, ist das auch keinesfalls unmöglich!

Vorschläge zur Verbesserung der Situation an den Krankenhäusern

In einem ersten Schritt müssen zwei Prinzipien des deutschen Gesundheitswesens wieder abgeschafft werden:

  • Zum einen das Prinzip der Ökonomisierung. Kliniken sollen demnach wie ein Unternehmen funktionieren, bei dem das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben das entscheidende Kriterium für die Behandlung ist. Stattdessen muss das Wohl der PatientInnen an oberster Stelle stehen. Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, brauchen die bestmögliche Behandlung und Hilfe; und zwar vollkommen unabhängig von ihrer finanziellen Lage.

  • Damit zusammenhängend. Die finanzielle Förderung von teuren und zum Teil unnötigen und gefährlichen Behandlungen und Untersuchungsmethoden muss wieder abgeschafft werden. Auch hier muss das Wohl der PatientInnen im Vordergrund stehen.

Weiterhin müssen die Kliniken mit ausreichend Personal ausgestattet sein. Dabei müssen im europäischen Maßstab die Länder der Maßstab sein, bei denen das Verhältnis zwischen ÄrztInnen bzw. PflegerInnen zu der Anzahl der behandelten PatientInnen gut ist. Wenn also in Norwegen auf 4 PatientInnen ein/e PflegerIn kommt, dann muss das zum Maßstab für alle Länder in der EU werden. Solche Beispiele zeigen eben auch, das so etwas möglich ist. Hier helfen auch keine allgemein gehaltene Vorhaben oder Appelle. Die höchste Anzahl an PatientInnen pro PflegerIn bzw. pro Arzt in Krankenhäusern müssen in Europa verbindlich festgelegt werden.

Kontrolle der Krankenhäuser

Kein Gesetz, keine Bestimmung zur Verbesserung der Situation in den Krankenhäusern kann erfolgreich sein, wenn die Einhaltung solcher Gesetz und Bestimmungen nicht auch wirkungsvoll kontrolliert wird. Dabei wird es natürlich eine große Frage sein, mit welchen finanziellen Mitteln solche Kontrollgremien ausgestattet werden, welche Rechte sie haben und auch, wie sie sich zusammensetzen. Klar ist, dass eine wirkungsvolle Kontrolle zusätzliches Geld kosten wird. Im Gegenzug können solche Kontrollen aber auch unnütze und teure Behandlungen verhindern helfen.

Hierbei muss es endlich auch verlässliche Statistiken über die Behandlungen in Krankenhäusern geben, etwa zu folgenden Fragen: In welchen Krankenhäusern sterben besonders viele Menschen an multiresistenten Keimen. An welchen Krankenhäusern liegt der Anteil an Operationen deutlich über dem Durchschnitt. Solche noch zu schaffenden Kontrollgremien dürfen in ihrer Zusammensetzung nicht zu Interessenkonflikten führen. Wenn solche Gremien etwa hauptsächlich aus MedizinerInnen bestehen, die selbst eine Klinik leiten, dann wird eine wirksame Kontrolle letztlich unmöglich sein.

Diese Frage verweist schon auf den letzten Punkt dieses Beitrages, der notwendigen Demokratisierung im Gesundheitswesen und bei den Krankenhäusern. Als Letztes: Kliniken, die in solchen Statistiken besonders schlecht abschneiden, müssen dies durch noch genauer zu bestimmenden Strafen zu spüren bekommen. Strafen, die das Einkommen der Klinikleitungen schmälern aber nicht dazu beitragen dürfen, dass die Behandlung an den betreffenden Kliniken sich noch weiter verschlechtert.

Demokratisierung im Gesundheitswesen und der Krankenhäuser

So, wie das Gesundheitswesen in Deutschland geführt wird, kann es nicht funktionieren. Die fortwährende Verbesserung etwa des Alltages in den Krankenhäusern ist eine langfristige Aufgabe. Diese Aufgabe kann nicht sinnvoll wahrgenommen werden, wenn sich etwa das Gesundheitsministerium alle paar Jahre in Zusammensetzung und Zielen je nach Wahlergebnissen und Koalition wieder verändert. Noch dazu bedienen sich die jeweiligen MinisterInnen hauptsächlich bei der Lobby aus Pharmaindustrie und Ärzteverbänden für ihre Gesetzesinitiativen, schon dabei geht es meist wenig um das Wohl der PatientInnen.

Wesentlich sinnvoller wäre es, wenn es eine Deutschland- oder auch Europaweites Gremium gäbe, dass langfristig an die Entwicklung eines vernünftigen und finanzierbaren Gesundheitswesens heran geht. In diesem Gremium sollten hauptsächlich VertreterInnen des Personals (Ärztinnen und PflegerInnen) und VertreterInnen der Patienten sitzen. Da es um das Wohl der PatientInnen geht, müssten in diesem Gremium die letzteren die Mehrheit haben. Letztere kennen auch beide Seiten am besten. Als ArbeitnehmerInnen müssen sie Krankenkassenbeiträge bezahlen und bei einem Krankenhausaufenthalt wünschen sie sich eine optimale Behandlung. VertreterInnen der Pharmaindustrie sollten hier allenfalls als Berater dabei sein können, etwa um neue Medikamente vorzustellen. Ein Stimmrecht dürften diese nicht haben, da ihre Interessen fast ausschließlich auf ihren eigenen Profit gerichtet sind.

Die Sitzungen eines solchen Gremiums müssten öffentlich sein, was heute mittels Live-Stream kein großes Problem mehr darstellt. Trotzdem stellt sich natürlich die Frage, wie sich insbesondere die PatientInnen-Vertretung zusammensetzt. Ich denke, diese müssten gewählt werden. Genauso dürften bei wichtigen und grundsätzlichen Entscheidungen nicht diese gewählten VertreterInnen einfach ihre Stimme abgeben können. Hierzu müsste es dann so etwas wie Volksabstimmungen geben.

Was ich hier einmal zu Diskussion stellen möchte, weil ich mir hierzu selbst noch nicht sicher bin. Vielleicht sollten diejenigen NormalbürgerInnen, die bei der Wahl der PatientInnen-Vertretung oder bei diese Volksabstimmungen über das Gesundheitswesen mit bestimmen wollen, dazu verpflichtet werden, regelmäßig an Fortbildungen zum Gesundheitssystem teilzunehmen – etwa an Volkshochschulen und natürlich kostenfrei. Vielleicht könnte so der Gefahr vorgebeugt werden, dass diejenigen, die sich ihre Meinung alleine aufgrund von dann sicherlich in den Medien veröffentlichten Werbemaßnahmen etwa der Pharmaindustrie bilden, die Zusammensetzung und Beschlüsse eines solchen Gremiums dominieren. Die Gefahr für so eine Fortbildungsverpflichtung möchte ich allerdings auch nicht verschweigen. In solchen Fortbildungen können die Menschen auch wieder von Interessengruppen manipuliert werden …

Letztlich wird das Thema Demokratisierung in der gesamten Reihe „Entwurf einer neuen Politik“ noch eine große Rolle spielen. Die Diskussion hierüber sei mit diesen Thesen schon einmal eröffnet.

Noch ein schönes Wochenende wünscht Euch

Euer Detlef Beune

 


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